Wir kämpfen für die Gastfreundlichkeit und Vielfalt unserer Stadt


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28.05.2020: Update zur Entscheidung des Berliner Senats, Bars und Kneipen wieder zu öffnen

Grundsätzlich begrüßen wir die Entscheidung des Berliner Senats, Bars und Kneipen wieder unter Auflagen zu öffnen. Doch darf das nicht darüber hinweg täuschen, dass dadurch keineswegs unsere existentielle Notsituation gelöst ist. Schlimmer noch: Sie wird weiterhin nicht differenziert thematisiert.

Abstandsregeln, Tischservice, eine geduldete Öffnung nur bis 23:00 etc. werden zwangsläufig in unseren Ruin führen, wenn solch eine Teilöffnung nicht von stützenden finanziellen Maßnahmen begleitet und zudem eine langfristige Perspektive zur Erhaltung des Nachtlebens ausgearbeitet wird. Bloß ist davon keine Rede. Doch verwundert uns solch eine Hauruck-Entscheidung nicht, welche die betriebseigentümliche Natur und Diversität von Bars verkennt – denn abermals wurde eine Verordnung beschlossen, ohne uns als Fachleute überhaupt in das Gespräch mit einzubeziehen.

Wir halten daher an unserer Forderung fest, zügig auf Senatsebene einen Runden Tisch "Gastfreundschaft und Vielfalt" einzuberufen, um ein nachhaltiges Konzept zur Rettung der Berliner Bars im gemeinsamen Gespräch zu erarbeiten. Wir betonen, dass wir unseren Beitrag zum Schutz der Gesellschaft leisten wollen. Aber um dies zu ermöglichen, brauchen wir Unterstützung. Alles andere bedeutet, uns ins kalte Wasser zu schmeißen, wo wir früher oder später untergehen werden.

Die Mitstreiter*innen von "Bars of Berlin"

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Wir sind eine Initiative von Berliner Bars, die nicht länger hinnehmen, dass sie in der politischen Debatte – insbesondere hier auf der Landesebene – keine Rolle spielen. Schmerzhaft vermissen wir eine konstruktive Diskussion, die darauf abzielt, unsere absehbare sowie bereits momentane ökonomische Not nachhaltig zu lindern. Denn für Betriebe wie uns, deren ureigene Identität der enge soziale Austausch und Kontakt ist, sind die geltenden Maßnahmen und Auflagen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus der Tod auf Raten.


Dabei trug das Nachtleben, von dem wir ein existentieller Teil sind, über Jahre zur Attraktivität von Berlin als Wirtschaftsstandort bei und lockte nicht zuletzt eine stetig wachsende kreative Szene in die Stadt. Doch all das scheint vergessen zu sein. Es ist fast so, als nehmen uns manche der politisch Verantwortlichen plötzlich nicht mehr wahr und erst Recht nicht ernst. Statt dessen verleumdete uns der Regierende Bürgermeister als „Krisenherde“ (Quelle: rbb24). Kein positives Wort von seiner Seite aus, über die Bedeutung der Barszene für Berlin – eben jener Stadt, für die er die oberste politische Verantwortung trägt.


Wir fragen daher: Wünscht sich der Berliner Senat eine Stadt ohne Bars? Hat er vor, das Nachtleben, liberal und weltoffen wie es war, mit all seinen Akteur*innen (DJs, Performer*innen, die vielen studentischen Mini-Jobber u. v. m.) sang und klanglos untergehen zu lassen? Wünscht er sich in der Zukunft leere Läden, die dann von finanzstarken Ketten übernommen werden? Wünscht er sich Monokultur anstatt Diversität?


Wird die derzeitige Politik weiterbetrieben, ist es das, was er bekommen wird: Ein Lebensgefühl, eine ganze Kiez-Kultur und wichtige Räume der sozialen Begegnung, die für immer verlorengehen. Dann wird Berlin nicht nur arm sein – nein, es wird nicht einmal mehr sexy sein.


Wir rufen daher die Verantwortlichen zu einem Dialog auf, damit wir zusammen Strategien und Lösungen entwickeln, um genau das zu verhindern.

 

 


 

 

Ständig stoßen neue Bars zu unserem Bündnis hinzu. Gerne beantworten wir Fragen.